FG CHIC HAMBURG : eutsch-Französische Begegnungen 

Publié : 22 février 2026 à 10h27 par Gwenael BILLAUD

FG CHIC HAMBURG : eutsch-Französische Begegnungen 

FG CHIC HAMBURG : eutsch-Französische Begegnungen 
FG CHIC HAMBURG : eutsch-Französische Begegnungen 
Crédit : FG CHIC HAMBURG : eutsch-Französische Begegnungen 

FG CHIC HAMBOURG : eutsch-Französische Begegnungen 

29.10.2021 – 31.05.2026 
(Ursprünglich bis 01.01.2025, verlängert bis 11.01.2026, nun bis 31.05.2026) 

Ein europäischer Dialog in Licht und Farbe 

In den lichtdurchfluteten Räumen der Lichtwark-Galerie der Hamburger Kunsthalle entfaltet sich eine Ausstellung, die weit über kunsthistorische Zuschreibungen hinausweist. Deutsch-Französische Begegnungen ist mehr als eine Retrospektive – sie ist eine Reflexion über Identität, Wahrnehmung und kulturelle Verflechtung im 19. Jahrhundert und darüber hinaus. 

Mit rund 70 Exponaten – Gemälden und Plastiken – rückt die Schau den bedeutenden Impressionismus-Bestand des Hauses in einen globalen Kontext. In einer Zeit, in der nationale Narrative wieder lauter werden, stellt sich die leise, aber dringliche Frage: Ist es heute noch zeitgemäß, den Impressionismus entlang nationaler Grenzen zu definieren? Und wenn ja – was bedeutet das für unser ästhetisches Empfinden? 

Frankreich – und doch so viel mehr 

Der Impressionismus gilt als Inbegriff französischer Moderne : Namen wie Édouard Manet, Claude Monet oder Auguste Renoir stehen für flirrende Pinselstriche, lichtdurchtränkte Landschaften und die poetische Serialität von Seerosen, Heuschobern und Kathedralfassaden. 

Doch die exklusive Gleichung „Impressionismus = Frankreich“ greift zu kurz. Ein Blick über die Landesgrenzen offenbart eine Bewegung, die sich – zeitlich versetzt, aber mit eigenständiger Handschrift – in ganz Europa entfaltete. 

Das deutsche „Dreigestirn“ 

Max Slevogt 1868 - 1932 Der schwarze d’Andrade 1903 Bildrechte © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

In Deutschland prägten insbesondere Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt das, was schon zu Lebzeiten als impressionistisches „Dreigestirn“ gefeiert wurde. Ihre Werke zeugen von einer sensiblen Auseinandersetzung mit Licht, Atmosphäre und bürgerlicher Moderne – weniger mediterran, oft erdiger, manchmal psychologisch aufgeladen, doch stets im Dialog mit der französischen Avantgarde. 

Lovis Corinth 1858 - 1925  Charlotte Corinth am Frisiertisch 1911 © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

Bereits zeitgenössische Kunsttheoretiker verstanden den Impressionismus nicht als nationales Phänomen, sondern als europäische Bewegung – als vibrierendes Netzwerk künstlerischer Einflüsse. 

 Eine Ausstellung als Statement 

Deutsch-Französische Begegnungen inszeniert diesen Austausch als ästhetisches Spannungsfeld. Zwischen Paris und Berlin, zwischen Gartenlandschaft und Großstadt, zwischen flüchtigem Augenblick und kultureller Selbstverortung entsteht ein Panorama, das aktueller kaum sein könnte. 

Denn vielleicht liegt die wahre Modernität des Impressionismus nicht im Motiv – sondern im Dialog. 

Max Liebermann 1847–1935 Abend am Uhlenhorster Fährhaus1910 © Hamburger Kunsthalle / bpk

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