FG CHIC: Hinter den Kulissen der Stille
Gegen den Rhythmus des Kalenders und fernab konventioneller Erwartungen inszeniert Maison Margiela einen Auftritt, der zugleich leise und radikal ist. Statt einer klassischen Runway-Show öffnet das Haus einen Teil seiner Archive und stellt eine frei zugängliche Dropbox-Datei mit dem schlichten Titel „MaisonMargiela/folders“ online.
Ein programmatischer Akt.
Kein Front Row, kein Blitzlichtgewitter — nur die rohe Substanz der Kreation. Kommentierte Skizzen, textile Experimente, Silhouetten im Werden: Das Dossier liest sich wie ein Atelier-Notizbuch und gewährt Einblick in die intime Werkstatt des Studios, in die langsame Alchemie der Ideen. Eine seltene, beinahe intime Annäherung an die unsichtbare Architektur der Mode.
Mehr als bloße Transparenz wirft diese Initiative ein neues Licht auf die vielbeachtete Abwesenheit des Hauses während der letzten Haute-Couture-Woche in Paris. Während die Branche das Spektakel feiert, entscheidet sich Margiela für den strategischen Rückzug — und stellt den kreativen Prozess über das fertige Produkt.
Eine Haltung, die dem konzeptuellen Selbstverständnis des Hauses treu bleibt: Codes zu verschieben, Perspektiven neu zu justieren und die Inszenierung zugunsten der Idee zurücktreten zu lassen. Bei Margiela wird Mode nicht nur gezeigt — sie wird gedacht, analysiert und dekonstruiert. Vielleicht liegt gerade in diesem offenen Archiv die eigentliche Schau.
https://www.instagram.com/maisonmargiela/
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